Skip to content

EXPO 2015 MILANO – Was für ein Reinfall

Posted in Reisen

Mein letzter Kurztrip ging Ende Oktober 2015 nach Mailand. Ich wollte die EXPO besuchen, da mich das Thema „Den Planeten ernähren, Energie für das Leben“ sehr interessiert und ich dachte, ich könnte dort etwas über Nachhaltigkeit und neue Ideen dazu lernen. Leider wurden meine Erwartungen alles andere als erfüllt.

Ich kann mich nicht erinnern, wann mich eine Veranstaltung einmal so enttäuscht hat, wie diese Weltausstellung. Mehr noch, ich war echt sauer, überhaupt das Geld dafür ausgegeben zu haben. Folgendes hatte mich bei der EXPO verärgert:

  • Warteschlangen von zwei Stunden, um in die einzelnen Länder-Pavillons zu kommen: Sicherlich war es das letzte Wochenende der EXPO und demnach wollte sie jeder noch einmal besuchen. Aber der Profitgedanke stand hier scheinbar im Vordergrund, da man den Besucherstrom auch hätte eingrenzen oder regulieren können, wenn man gewollt hätte. Die Schlagzeilen über den neuen Besucherrekord am letzten EXPO-Wochenende waren jedoch scheinbar mehr wert als Besucher, die sich nicht zwei Stunden vor jedem einzelnen Pavillon die Beine in den Bauch standen. Ich war in genau einem Pavillon, nämlich im belgischen. Da betrug die Wartezeit nämlich nur sagenhafte 30 Minuten. Gerade als ich mir das Aquaponic-System genauer anschauen wollte, dass dort ausgestellt war, wurde ich mit dem Besucherstrom, der nach mir kam, wieder vor die Tür gespült und konnte auch nicht zurück. Sicher, Belgien ist ein kleines Land. Aber selbst das kleine Belgien hat sicher zu dem Thema mehr zu sagen, als fünf Minuten in einem einzigen, dunklen Raum. Da ich Warteschlangen nicht ausstehen kann, kamen die nachfolgenden Pavillons gar nicht erst an die Reihe. Sicher habe ich dadurch einiges verpasst.
    Vertical Farming EXPO 2015
    Zum Glück gab es auch einzelne Ideen ohne Wartezeiten zu bewundern – hier Vertical Farming

    Aber wie viele Pavillons hätte ich auch bei diesen Wartezeiten schaffen können und woher sollte ich die interessantesten auswählen, ohne zu wissen, was mich drin erwartet. Also wollte ich wenigstens die paar Außenflächen bewundern und die internationale Atmosphäre aufsaugen und mir die wenigen Außenbereiche ohne Wartezeiten anschauen. Da wartete schon der nächste Schocker auf mich.

  • Was hat McDonald’s und Nachhaltigkeit gemeinsam? Vielleicht die grüne Farbe des dort verwendeten Logos? Eines muss man McDonald’s lassen. Auf diese Kette ist wirklich Verlass. Egal, wo man hinfährt auf der Welt, McDonald’s ist auch schon dort. Und so war es auch auf der EXPO in Mailand. Ein riesengroßer McDonald’s-Palast nahm das Motto „Den Planeten ernähren“ wortwörtlich. Ich bin nicht in den Palast gegangen. Vielleicht habe ich da einige innovative Neuerungen von McDonald’s zum Thema Nachhaltigkeit verpasst. Vielleicht haben sie ja mittlerweile selbstkompostierende Verpackung erfunden und man muss sich nicht mehr an jeder Straße in der Nähe eines McDonald’s Restaurants über den Plastik-Müll im Straßengraben ärgern. Ich befürchte aber, das war nicht der Zweck des Auftritts. Vielmehr war es sicher profitabel, die 21 Millionen Besucher zu verköstigen. Denn Anstehen macht ja auch hungrig.
  • Plastikmüll überall - Ziemlich nachhaltiges Konzept
    Plastikmüll überall – Ziemlich nachhaltiges Konzept

    Gehören Wegwerf-Plastikbecher und -geschirr wirklich auf eine Ausstellung, die Nachhaltigkeit zum Thema hat? Das EXPO-Gelände ist riesengroß und das viele Laufen macht, selbst wenn man das Anstehen auslässt, hungrig und durstig. Was für ein glücklicher Zufall war es da, dass sich zwischen den Länderpavillons so viele Fressbuden aufgestellt hatten, so dass man auf keinen Fall verhungern würde.Die Stimmung war wie auf einem riesen Volksfest. Was ja an sich nicht verkehrt ist, da dort viele Nationen  zusammenkommen. Und essen müssen wir alle. Dass ich aber zusehen musste, wie im Sekundentakt dort Plastikbecher und Pappteller benutzt und weggeworfen wurden, schockierte mein kleines Umweltschutzherz. Wo war der Grundgedanke dieser Ausstellung geblieben? Sicher ist es unangenehm und aufwendiger, mit Rückgabe des Geschirrs oder anderen Dingen zu arbeiten. Aber so viel Müll auf einer Ausstellung zu produzieren, bei der Technologie, Innovation und Kreativität mit den Themen Ernährung und Essen verbunden werden sollte, machte mich fassungslos.

Wie zu Beginn erwähnt, möchte ich meine Reisen mit lernen verbinden. Gelernt habe ich bei dieser Reise, dass es gerade bei großen Veranstaltungen hauptsächlich um Kommerz und Profit geht, egal was das werbewirksame Thema ist, dass sie sich auf die Fahnen geschrieben haben. Also keine Großveranstaltung zum Thema Nachhaltigkeit mehr für mich.

Be First to Comment

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *